Der polnische Bassbariton Tomasz Konieczny studierte zunächst Schauspiel an der Film-, Fernseh- und Theaterakademie seiner Heimatstadt Łódź. Er debütierte in einem Film des Oscar-prämierten Regisseurs Andrzej Wajda und arbeitete anschließend als Schauspieler/Regisseur in zahlreichen Fernseh-, Film- und Theaterproduktionen in Polen. Etwa zur gleichen Zeit begann er sein Gesangsstudium an der Fryderyk-Chopin-Akademie in Warschau, das er an der Hochschule für Musik in Dresden fortsetzte.
Seinen internationalen Durchbruch erlebte Tomasz Konieczny an der Wiener Staatsoper, wo er mit großem Erfolg zahlreiche Partien seines Fachs interpretierte. Dem Haus am Ring fühlt er sich bis heute in besonderer Weise verbunden. Zudem gastiert Tomasz Konieczny regelmäßig an den wichtigsten internationalen Opernbühnen wie der MET, der Scala, der Bayerischen Staatsoper, der Opéra Bastille, dem Opernhaus Zürich, dem Teatro Real Madrid, der Semperoper Dresden u. v. m. sowie bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen Mandryka (Arabella) und Kurwenal (Tristan und Isolde) an der MET, Kurwenal in Barcelona, Der fliegende Holländer und Jochanaan (Salome) an der Wiener Staatsoper sowie Wotan (Das Rheingold / Die Walküre) in Budapest und Don Pizarro (Fidelio) an der Bayerischen Staatsoper. Die Spielzeit 26/27 beginnt mit einer Neuproduktion von Der fliegende Holländer an der Deutschen Oper Berlin unter der Regie von Milo Rau. Außerdem kehrt Tomasz Konieczny als Don Pizarro, Jochanaan und Holländer an die Wiener Staatsoper zurück und steht am Opernhaus Zürich als Jack Rance in La Fanciulla del West auf der Bühne.
Sein Repertoire umfasst neben Wotan/Wanderer in Wagners Der Ring des Nibelungen auch Rollen wie Amfortas in Parsifal, die Titelrollen in Der fliegende Holländer, Bergs Wozzeck, Mussorgskis Boris Godunov und in Cardillac von Hindemith, Scarpia in Puccinis Tosca, Jack Rance in La Fanciulla del West, die Vier Schurken in Hoffmanns Erzählungen, Mandryka in Arabella, Barak in Die Frau ohne Schatten und Jochanaan in Salome von Strauss, Pizarro in Beethovens Fidelio u.v.m.
Darüber hinaus ist Tomasz Konieczny auch im Konzertfach ein überaus erfolgreicher Interpret. Sein Repertoire umfasst dabei u.a. Bachs Matthäus-Passion, das Weihnachtsoratorium, Händels Messias und Mendelssohns Elias, Die Requien von Mozart, Verdi und Dvorak, Beethovens 9. Symphonie, Dvoraks Stabat mater, Pendereckis Kosmogonia, Lukaspassion, Seven Gates of Jerusalem und die Messa da Requiem von Maciejewski. Seine Liederabend-Programme mit Liedern von Strauss, Rachmaninov, Twardowski, Penderecki, Beethoven, Moniuszko, Schubert, Mahler, Mussorgsky und anderen bedeutenden Komponisten hat er bereits mit großem Erfolg in Dresden, Warschau, München, Wien und Tokio präsentiert. Er arbeitet mit renommierten Dirigenten wie Adam Fischer, Sir Andrew Davis, Gianandrea Noseda, Yannick Nézét-Seguin und Franz Welser-Möst zusammen.
Konieczny glänzte in zahlreichen von der Kritik gefeierten CD- und DVD-Aufnahmen, u.a. in drei verschiedenen Aufnahmen des Ring-Zyklus unter der Leitung von Marek Janowski, Christian Thielemann und Sir Simon Rattle. Seine Diskographie umfasst auch zwei Einspielungen der Winterreise, eine im Original und eine mit einem eigenständigen polnischen Text. Zuletzt erschien seine Lied-CD From Secession to Distortion mit Liedern von Richard Strauss, Aleksander Nowak und Henryk Czyz.
Seit 2017 ist Tomasz Konieczny auch österreichischer Staatsbürger. 2019 wurde er auf der Bühne der Wiener Staatsoper zum Österreichischen Kammersänger ernannt. In seiner polnischen Heimat erhielt er 2022 die höchste Kulturauszeichnung des Landes, die Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Gold.
Juni 2026 – Für eine ganz aktuelle Biografie wenden Sie sich bitte an Iris Jedamski






